In der „Lebenswerkstatt“ beschäftige ich mich mit dem Inneren der Menschen – dem Kern, der übrigbleibt, wenn alle Äußerlichkeiten wegfallen.

Warum? Weil ich glaube, dass dort, in den versteckten Nischen und Windungen unserer Gedanken und Gefühle die Geheimnisse liegen, die es uns ermöglichen, unser Leben so wie es ist, besser zu verstehen und es dann so zu schmieden, wie wir es uns wünschen. 

Woran liegt es, wenn das Leben nicht „rundläuft“? 
Oder wenn es läuft, aber wir trotzdem nicht erfüllt sind? 
Wieviel darf ich eigentlich vom Leben erwarten, und welchen Einfluss habe ich darauf, glücklich zu werden?

Mit dieser Frage im Gepäck beschäftige ich mich mit Familienaufstellung, Formen von Therapie, Entspannungsmethoden, Spiritualität und Literatur. 
Auf meiner Website findet man praktische Angebote zur Suche nach dem Glück und meine Gedanken dazu. ... Viele sind auch geklaut von Menschen, die schon mehr gefunden haben als ich, aber das ist dann ausgewiesen.

Meine Motivation ist folgende:
Aus den bittersüßen Jugendjahren, als wir uns noch überlegten, was wir eigentlich wollten vom Leben, bleibt mir eine Erinnerung, die mich bis heute zum Lachen bringt. 
Ein Freund machte sich über mich lustig, indem er die Stimme eines gierigen kleinen Monsters imitierte, wie sie später für „Gollum“ in „Herr der Ringe“ benutzt wurde:
„Ich will ALLES.“ 

Vielleicht würde er mich heute fragen, ob ich es denn bekommen habe, oder das Leben mir mein ambitioniertes Ziel nicht doch entrissen habe. Die Antwort lautet, und ich belächele meine einstige Naivität mittlerweise ebenso:
Nein, ich habe nicht „alles“ bekommen.

Noch nicht. 

Denn einerseits verstehe ich unter „alles, was ich mir vom Leben wünsche“ heute etwas Anderes als das unbefleckte Liebesglück und die berufliche Karriere, die zur Rettung der Welt beiträgt, von denen ich mit achtzehn träumte. 
Und andererseits erweckt das, was ich stattdessen bekommen habe, in mir den Eindruck, unbeschreiblich reich zu sein, --- ein Gefühl, das immer noch zu wachsen scheint.
Oder, um mit Stephen Hawkins zu sprechen: "Who could have wished for more?"

Was mir entrissen wurde, war nicht mein Ziel, sondern die Illusion, dass es leicht sein würde, „meinen Schatz“ zu finden, ohne dabei den Weg durch Mordor zu nehmen. 
Dieses Entreißen tat vor allem deshalb so weh, weil ich langatmig an meinen Illusionen festgehalten habe, und es gibt keinen Anlass zu der Annahme, dass es damit schon vorbei sein könnte.

Aber was darunter zum Vorschein kommt, glänzt. 
Es ist schwer zu beschreiben, was es eigentlich ist, dieses warme, satte Gefühl im Inneren, das mir die Dankbarkeit in die Augen treibt. In aller Bescheidenheit nenne ich es mal: „Ich“. 

Dasselbe „Ich“ sehe ich auch in allen anderen Menschen: Ein Innerstes, das funkelt unter allen Äußerlichkeiten des Lebens und sie leuchten lässt in einem anderen Licht. 
Und manchmal erkenne ich in ihnen denselben Wunsch, diesen Schatz zu bergen. 

Darum bin ich heute öfter und mit wachsender Sicherheit in Mordor unterwegs, erkunde neue Pfade hinein und hinaus aus dem Land der Tiefe und stelle mich zur Verfügung als zeitweiliger Gefährte für andere Glücksuchende.

Oder, um es dann doch eher kurz und weltlich auszudrücken: 
Ich arbeite als Therapeutin, weil ich überzeugt davon bin, dass das Leben einen Sinn ergibt. 

 

Judith Rauxloh

geb. 1971
zwei Kinder
wohnt in Potsdam

abgeschl. Studium in Sprachen und Literatur
geprüfte Heilpraktikerin für Psychotherapie
EMDR-Therapeutin
Leiterin für Familienaufstellung nach Hellinger
Seminarleiterin für Autogenes Training
Yogalehrerin und –therapeutin

mehrjährige Studien- und Arbeitsaufenthalte in England, Frankreich und Norwegen

 

„Was im Inneren eines Menschen vorgeht, ist nicht zu erfassen, nicht zu ermessen und nicht zu durchdringen. Aber keine Tiefe der Welt zieht mich mehr an als diese.“